Vom 7. bis zum 9. Juni 2016 fand die mittlerweile fünfte Dreiländertagung der Schweizerischen Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung (SGPF), der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation (DGPF) und der Österreichischen Gesellschaft für Vermessung und Geoinformation (OVG) in Kooperation mit dem durch die Schweizerische Organisation für Geoinformation (SOGI) veranstalteten GEOSummit in Bern unter dem Motto „Dreiländertagung D-A-CH: Lösungen für eine Welt im Wandel“ statt. Zusätzlich zu den etwa 200 Teilnehmenden der Dreiländertagung hatten aufgrund der gemeinsamen Organisation auch die Inhaber von GEOSummit-Kongresstickets die Möglichkeit, die jeweiligen Vorträge zu besuchen.

Vor Beginn des eigentlichen Kongressprogramms wurde am 7.6. die Gelegenheit geboten, einen der beiden durch die SGPF veranstalteten halbtägigen Workshops zu den Themen „3D-Punktwolken – Erstellung, Bearbeitung und Anwendung“ oder „Drones – is the sky the (only) limit?“ zu besuchen. Beide Workshops stiessen mit etwa 50 bzw. 40 Teilnehmenden auf grosses Interesse und können dank den spannenden Beiträgen der Referierenden und der regen Beteiligung der Teilnehmenden als Erfolge gewertet werden. Nachmittags fanden die Generalversammlungen der SGPF und der DGPF statt, bevor es am Abend zu einem gemütlichen Beisammensein in das Restaurant „Grosse Schanze“ ging.

 

Am 8.6. begrüssten der SGPF-Präsident François Gervaix und der Präsident der DGPF Prof. Dr. Thomas Kolbe die Teilnehmenden im Rahmen einer Plenarsession. Mit der Vergabe des Hansa-Luftbild-Preises für die beste Veröffentlichung in der Zeitschrift PFG an Philipp Glira (TU Wien) für seinen Artikel „A Correspondence Framework for ALS Strip Adjustments based on Variants of the ICP Algorithm“ durch Dr. Paul Hartfiel (Vorstandsmitglied der Hansa Luftbild AG) endete die Auftaktveranstaltung. Anschliessend startete dann das Kongressprogramm mit jeweils drei Parallelsessionen der Dreiländertagung zu den Themen „Sensoren und Plattformen – UAV“, „Fernerkundung in der Geologie“ und „3D-Stadtmodelle“ sowie der Fortsetzung nach einer kurzen Kaffeepause zu „Sensoren und Plattformen“, „Auswertung von Fernerkundungsdaten“ und „Bildanalyse und Bildverstehen“. Nach dem Mittag im Rahmen einer gemeinsamen Plenarsession von GEOSummit und Dreiländertagung richtete der Regierungsrat des Kantons Bern Hans-Jürg Käser ein Grusswort an die Kongressbesucher, gefolgt von der Keynote „Wovon leben Sie morgen?“ von Pero Micic. Die anschliessende Postersession wurde mit zehn Kurzvorträgen der Karl-Kraus-Nachwuchsförderpreiskandidaten à je drei Minuten eröffnet. Danach wurde vor den insgesamt 16 Postern ausgiebig diskutiert, bevor drei weitere Vortragssessionen zu den Themen „Geoinformatik“, „Radarfernerkundung und Flugzeuglaserscanning“ sowie „Optische 3D-Messtechnik“ das wissenschaftliche Programm des Tages beendeten. Am Abend vermischten sich Besucher und Aussteller von GEOSummit und Dreiländertagung beim Apéro Riche zur GEONight, in dessen Rahmen auch die Verleihung des Karl-Kraus-Nachwuchsförderpreises erfolgte. Die Jury, bestehend aus je zwei Vertretern der drei Schwestergesellschaften, wählte in diesem Jahr die Beiträge von Max Coenen (Leibniz Universität Hannover, 1. Platz), „Klassifikation von Stereobildern aus Mobile-Mapping Daten mittels Conditional Random Fields“, Angelika Xaver (TU Wien, 2. Platz), „Automated Quality Control Procedures for the International Soil Moisture Network“, sowie Oliver Kahmen (Jade Hochschule Oldenburg, 3. Platz), „Entwicklung einer großen Invardraht-Maßverkörperung zur Anwendung in der Industriephotogrammetrie“, aus. Das Highlight des Abends war die Übergabe der Preise an die drei Nachwuchsautoren durch Ursula Kraus.

 

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Verleihung des Karl-Kraus-Nachwuchsförderpreises im Rahmen der GEONight (v.l.n.r. Prof. Dr. Uwe Stilla, Ursula Kraus, Angelika Xaver, Max Coenen, Oliver Kahmen, Prof. Dr. Ansgar Brunn)

 

Am 9.6. folgte der zweite Teil des wissenschaftlichen Programms wieder mit drei parallelen Vortragssessionen zu den Themen „Sensoren und Plattformen – Kamerasysteme“, „Auswertung von Fernerkundungsdaten“ und „Optische 3D-Messtechnik“. Nach der Kaffeepause endeten die wissenschaftlichen Vorträge dann mit den Themen „3D-Stadtmodelle“, der Fortsetzung von „Auswertung von Fernerkundungsdaten“ sowie „Aus- und Weiterbildung“.

 

In der Abschluss-Plenarsession der Dreiländertagung bedankten der Präsident der SGPF François Gervaix und der neu gewählte DGPF-Präsident Prof. Dr. Uwe Stilla sich bei den Organisatoren, den Gutachtern und Moderatoren, der SOGI und der Firma Hinte sowie den Autoren und Besuchern für ihren Anteil am erfolgreichen Gelingen der Dreiländertagung. Besondere Erwähnung fand SGPF-Vorstandsmitglied Stefan Cavegn, der durch sein tolles Engagement grossen Anteil an der erfolgreichen Organisation der Dreiländertagung hatte. ISPRS-Generalsekretär Prof. Dr. Christian Heipke informierte bezüglich des Mitte Juli 2016 in Prag stattfindenden ISPRS-Kongresses und danach wurde die nächste DGPF-Jahrestagung angekündigt (8.-10. März 2017 in Würzburg). In der nach dem Mittag wieder als gemeinsam veranstaltete Plenarsession überreichte Bundesrat Guy Parmelin sein Grusswort und Pascal Jaussi von Swiss Space Systems (S3) begeisterte das Publikum mit dem Satelliten-Trägersystem „Space For All“.

 

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SGPF-Präsident Francois Gervaix (links) bedankt sich zum Abschluss der Dreiländertagung bei Organisatoren, Autoren und Teilnehmern und insbesondere bei Stefan Cavegn (rechts).

 

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Grusswort von Bundesrat Guy Parmelin.

 

Im Tagungsband zur Dreiländertagung, der von Prof. Thomas Kersten herausgegeben wurde, finden sich 56 Beiträge. Dieser steht online auf der DGPF Webseite zum Download zur Verfügung. Das interessante und vielfältige Vortragsprogramm, die relativ grosse Anzahl von Beiträgen junger Autoren, der gelungene Tagungsband, die erfolgreich durchgeführten Workshops und das Rahmenprogramm mit der Möglichkeit, alte und neue Kontakte zu pflegen, trugen entscheidend zum Gelingen der Veranstaltung bei, auch wenn man sich von Seiten der Veranstalter eine höhere Teilnehmendenzahl gewünscht hätte.