Am 8.11. fand an der Universität Bern im Institut für Planetenforschung die diesjährige Herbstveranstaltung der SGPF statt. Nachdem man von der grossen Schanze bei schönstem Wetter und bester Sicht den Blick über die Berner Altstadt und auf Eiger, Mönch und Jungfrau genossen hatte, gab es im Hörsaal des Gebäudes für exakte Wissenschaften eine spannende Veranstaltung zum Thema der Planetenfernerkundung.

 

Prof. Nicholas Thomas und seine Gruppe zeigten anschaulich und fesselnd, wie Fernerkundung in der Planetenforschung zum Einsatz kommt. Angefangen wurde mit der Vorstellung der hochauflösende Multispektralkamera (HIRISE) im Orbit von Mars, mit denen man Prozesse wie die Verflüssigung von Wassereis bei Meteoriteneinschlägen nachvollziehen konnte, sowie das Ausbrechen von Geysiren auf der Marsoberfläche, welche in Zeitserien dieser Kamera beobachtet wurden.  Im weiteren Verlauf der Vorträge lernten die Zuhörer, wie man Information über geologische Prozesse mit Hilfe von aus Stereobildern abgeleiteten Oberflächenmodellen gewinnen konnte, wie Mikrowellen in der Planetenforschung für atmosphärische Prozesse verwendet werden und wie man Asteroiden aus Bilddaten rekonstruiert und mit Hilfe von Computermodellen Einschläge von Meteoriten simuliert.

Gegen Ende der Veranstaltung wurde das im Moment grösste Projekt der Arbeitsgruppe vorgestellt, das Laseraltimeter BELA, welches auf der ESA/JAXA Mission BepiColombo hoffentlich ab 2015 zum Merkur fliegen wird und ein genaues Oberflächenmodell des Planeten liefern wird. Es war spannend zu sehen, welche Designentscheidungen beim Bau eines solchen Instrumentes getroffen werden müssen, und dass das Instrument tatsächlich in den Räumen der Universität zusammengesetzt und getestet wird. Die für diese Zwecke installierten Geräte (Vakuumkammer und Sonnensimulator, sowie ein Rütteltisch für strukturelle Tests für die Startphase) konnten wir nach den Vorträgen im Grosslabor persönlich anschauen. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch einen reichhaltigen Apero, an dem engagiert über Unterschiede und Parallelen von Erdbeobachtung und planetenbezogener Fernerkundung diskutiert wurde. Wir möchten Prof. Nicolas Thomas und seiner Gruppe ganz herzlich für die Gastfreundschaft und diese sehr interessanten Einblicke in Ihr Schaffen danken!

 

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Einige Impressionen des Anlasses