201607 my MITAls Doktorand in der Photogrammetrie und Fernerkundungs Gruppe der ETH Zürich beschäftige ich mich mit der automatischen 3D Rekonstruktion von Stadtmodellen aus Luftbildern, sowie deren semantischen Interpretation. Vor meinem Doktoratsstudium habe ich den Bachelor und Master in Geomatik und Planung absolviert, ebenfalls an der ETH. Einer der Aspekte, den ich während meiner Studienzeit sehr geschätzt habe, war das interdisziplinäre und internationale Umfeld. Die Zusammenarbeit mit Personen mit verschiedensten Hintergründen war sehr bereichernd sowohl in fachlicher, als auch in persönlicher Hinsicht. Gleichzeitig war es für mich einer der Beweggründe, selber Erfahrungen im Ausland zu sammeln.


Im Rahmen einer privaten Reise an der Ostküste der USA besuchte ich das renommierte Massachusetts Institute of Technology, wo der erste Kontakt mit meinem zukünftigen Betreuer entstand. In einem längeren Gespräch hat sich herausgestellt, dass es im Rahmen unserer Forschungsarbeiten gemeinsame Interessen gibt, deren Umsetzung für beide Seiten sehr fruchtbar wäre. Folglich war die Idee, ein Austauschsemester am MIT zu verbringen, naheliegend und ist auf positive Resonanz gestossen. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz nahmen die Dinge rasch ihren Lauf; ein halbes Jahr später war schliesslich alles geregelt und mein akademischer Besuch am MIT konnte im Mai 2015 beginnen.


Ich arbeitete am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory, in der Computer Vision Abteilung. Thematisch war der Fokus auf der Untersuchung des Potentials von semantischen 3D Stadtmodellen für verschiedene, moderne Anwendungen. Als Beispiele wurden Navigationsalgorithmen getestet, Sichbarkeitsanalysen durchgeführt oder Vegetationsanteile als mögliche Erholungsräume gemessen. Das Projekt hat auf eine sehr synergetische Art und Weise den Bogen zwischen meiner Forschung und anderen Gebieten – z.B. Robotik, Raumplanung oder Architekur – gespannt, was meinen Horizont essentiell erweitert hat.


Neben der spannenden Arbeit am MIT weist der Grossraum Boston ein florierendes kulturelles Reichtum auf. So gibt der Freedom Trail einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Vereinigten Staaten, der Besuch eines Red Sox Spiels lässt Sportherzen höher schlagen, und das pulsierende Nachtleben vom benachbarten Cambridge bietet sich ideal an, um den Tag ausklingen zu lassen und bis in die tiefe Nacht hinein zu feiern. Eine der eindrücklichsten Erinnerungen von dieser breiten Palette war vielleicht der Independence Day, welcher in Boston, der Wiege der USA, eine grosse Tradition geniesst.


Ein grosser Dank geht an meine beiden Betreuer Konrad Schindler und John Fisher, welche diesen Austausch ermöglicht haben und mich bei der Umsetzung von meinen Ideen stets unterstützt haben. Weiter möchte ich mich bei der SGPF für den grosszügigen finanziellen Beitrag an diesem Projekt bedanken.

 

MIT Kuppel

Abb. 1: MIT Kuppel

 

Boston Skyline

 Abb. 2: Skyline Boston